FeG Kehl mit Vision

Vision

Visionsentwicklung der FeG Kehl

Wie soll sich unsere Gemeinde in den nächsten Jahren entwickeln? Was hat Gott mit uns vor? Wie entsteht und bleibt Leidenschaft für Gott und seine Gemeinde? Wie bleiben wir in Bewegung?

Diese Fragen haben wir uns als Gemeindeleitung auf unserer Klausurtagung im Herbst 2011 gestellt. Wir wollten Gemeinde aus Gottes Perspektive neu wahrnehmen, verstehen und beurteilen, um dann die richtigen Schlüsse für die Weiterentwicklung der FeG Kehl zu ziehen. Dabei sollte eine Vision entstehen: Ein inspirierendes Bild von Gemeinde, das uns fokussiert, motiviert und unsere Berufung treffend beschreibt. Und so haben wir uns gemeinsam mit möglichst vielen Mitarbeitern der Gemeinde auf eine spannende Reise begeben. Klaus Nieland, der uns als Gemeindeleitung seit einigen Jahren coacht, hat diesen Prozess professionell begleitet.

 

visionsklausur - sinnbild 2Teil 1: Visionsklausur

  1. – 5. März 2014

Wir haben bewusst nicht damit begonnen, die Gemeinde zu analysieren um uns anschließend darüber auszutauschen, was wir besser machen könnten. Wir wollten auch nicht anhand vorgegebener Qualitätsmerkmale, die von Gemeindeexperten entwickelt wurden, die Gemeinde messen und bewerten. Wir hatten den Eindruck, dass uns diese Ansätze zu sehr begrenzen. Stattdessen wollten wir von den Möglichkeiten Gottes ausgehen.

Und so haben sich 30 Personen für ein Wochenende in die Höhen des Schwarzwaldes in ein Freizeithaus zurückgezogen, um miteinander zu beten. Mit der Erwartung dass Gott sich offenbart, haben wir jeweils alleine oder gemeinsam gebetet, die Bibel gelesen, uns ausgetauscht, miteinander gesungen und Abendmahl gefeiert. Und dabei hat uns stets diese eine Frage beschäftigt: Gott, wie stellst du dir deine Gemeinde vor?

visionsklausur - gruppe 8aUnd weil Worte oft nicht ausreichen um auszudrücken, was Gott aufs Herz legt, haben wir zusätzliche Ausdrucksformen genutzt, um unsere Eindrücke festzuhalten. In kleinen Gruppen wurde kreativ und kunstvoll gemalt oder modelliert, so dass am Ende des Wochenendes schließlich mehrere Kunstwerke zu bestaunen waren, die alle etwas Kostbares über Gemeinde aussagten.

Beim genaueren Betrachten der Kunstwerke und durch den gemeinsamen Austausch darüber haben wir entdeckt, dass das gemeinsame visionsklausur - sinnbild 5Thema aller Bilder und Modelle die Beziehung ist. Entweder wurde eine Leidenschaft für die Beziehung zu Gott, für die Beziehungen untereinander innerhalb der Gemeinde oder für die Beziehungen zu Menschen außerhalb der Gemeinde sichtbar.

Bei diesem Ergebnis handelt es sich um eine wichtige Fokussierung. Es ist, als wollte Gott sagen: Auf gute Beziehungen in diesen drei Dimensionen kommt es bei euch in Kehl an. Knüpft sie, pflegt sie und achtet auf sie. Investiert in Beziehungen!


 

SAMSUNG CAMERA PICTURESTeil 2: Gemeinde unter der Lupe

  1. März 2014

Nachdem wir miteinander die Ergebnisse der Visionsklausur betrachtet haben, sollten an diesem Tag die Stärken und Schwächen der Gemeinde zur Sprache kommen. Worauf können wir als Gemeinde bauen, was können wir verstärken? Was müssen wir verändern, wo gibt es Probleme?

In kleinen Gruppen haben sich an diesem Samstag ca. 60 Mitarbeiter über die Stärken und Schwächen der FeG Kehl ausgetauscht. Dabei haben auch Personen mitgewirkt, die die Gemeinde überwiegend von außen wahrnehmen. Die Ergebnisse aller Gruppen wurden gesammelt, einander zugeordnet und anschließend durch die gesamte Gruppe gewichtet, so dass schließlich eine interessante Chartliste der signifikantesten Stärken und Schwächen der Gemeinde entstanden ist.

zukunftskonferenz zukunftsgruppen4 (1)Die Analyse hat insgesamt kein einheitliches Bild ergeben, weil die Wahrnehmung der einzelnen sehr verschieden ist. Eindeutig ist, dass die FeG Kehl in der Öffentlichkeit der Stadt Kehl und im Umland kaum wahrgenommen wird. Was an der FeG Kehl wahrgenommen wird, wenn man sie entdeckt hat, ist sehr positiv: Eine offene, verbindliche Gemeinschaft hoch engagierter und begabter Christen, die im kommunalen Geschehen sicher einen positiven Beitrag leisten könnte und sollte, vor allem im sozialen und politischen Geschehen. Doch gerade der Zusammenhalt, die Verbindlichkeit und das hohe Engagement das von außen bewundert wird, beschränken sich aus Sicht etlicher innerhalb der Gemeinde auf einen zu kleinen Kreis. Darüber hinaus wurden Schwierigkeiten thematisiert, die durch die Gemeindeleitung geprüft und ggf. gelöst werden müssen.

 

IMG_0027Teil 3: Zukunftskonferenz

  1. April 2014

Ungefähr 50 Mitarbeiter nahmen an der Zukunftskonferenz teil. Der Tag begann wie gewohnt damit, dass wir miteinander den zurückliegenden Prozess betrachtet haben. Anschließend gaben wir als Gemeindeleitung jedem Mitarbeiter der Gemeinde die Freiheit, die bisherige Mitarbeit zu beenden um sich einer neuen Aufgabe widmen zu können, die sich aus dem Visionsprozess heraus ergibt. Als Leitung wollten wir so die Voraussetzung dafür schaffen, dass wir miteinander nicht einfach nur mehr, sondern möglicherweise auch Anderes anpacken, auch wenn dadurch liebgewordene Arbeitsbereiche in der Gemeinde möglicherweise nicht aufrechterhalten werden können.

Dann wurde es endlich konkret. Jeder Teilnehmer der Zukunftskonferenz sollte konkrete Ziele oder Maßnahmen für die nächsten 2-3 Jahre formulieren. Diese sollten entsprechend der bisherigen Ergebnisse die Beziehung zu Gott, die Beziehung innerhalb der Gemeinde oder die Beziehung zum Umfeld der Gemeinde betreffen. Außerdem sollten die Ziele und Maßnahmen mit einer persönlichen Leidenschaft verbunden sein, sowie mit der Bereitschaft, sich aktiv dafür einzusetzen. Jeder konnte bis zu drei Vorschläge einbringen. So entstand eine großartige Sammlung guter, sinnvoller und spannender Ziele und Projekte.

Nach einer längeren Pause konnte sich jeder einzelne Teilnehmer für ein konkretes Projekt mitverantwortlich erklären. Haben sich ausreichend viele Mitarbeiter für ein Projekt gefunden, entstand daraus eine Zukunftsgruppe. Für einige Projekte, für deren Umsetzung keine Gruppe notwendig oder sinnvoll war, haben sich Einzelpersonen direkt verantwortlich erklärt. Der Rest der Vorschläge blieb schließlich unbeachtet. Auch wenn es sich dabei um sehr wertvolle Beiträge gehandelt hat, so schieden sie letztlich aus, weil sich nicht ausreichend viele Mitarbeiter dafür einsetzen wollten.

zukunftskonferenz zukunftsgruppen1Neun Zukunftsgruppen nahmen noch am Nachmittag ihre Arbeit auf. Miteinander definierten die Teilnehmer der Gruppen Ziele, beschlossen konkrete Maßnahmen und überlegten die nächsten Schritte.

 

  • Männergruppe: Beziehungen unter Männern in und außerhalb der Gemeinde aufbauen und vertiefen.
  • Seniorengruppe: Koordination der Seniorenarbeit in der FeG und darüber hinaus.
  • Paare treffen Paare: Paare miteinander über beziehungsrelevante Themen ins Gespräch bringen.
  • Familie: Eltern mit Eltern und Kinder mit Kindern zusammenbringen.
  • Gebet einfach erleben: Gebet unkompliziert, einfach und direkt praktizieren.
  • Treffpunkt Kehler City: Bekanntheit der Gemeinde in der Stadt fördern, Kontakte knüpfen, Gesprächsangebote in der Stadt schaffen.
  • Gastfreundschaft International: Flüchtlinge / Asylbewerber in Kehl unterstützen.
  • Kunstgrill: Durch den Verkauf von Bratwürstchen auf dem Weihnachtsmarkt in Kehl christliche Künstler finanzieren, die auf der Weihnachtsmarktbühne auftreten.
  • Alltag miteinander teilen: Freizeit- und Alltagsaktivitäten einzelner werden bekannt gemacht, so dass andere mitmachen können.

 

Was hat sich seitdem verändert?

Ein neues Motto und eine Vision

Als Leitungskreis haben wir dem Ergebnis der Visionsentwicklung entsprechend ein Motto formuliert, das in Kürze auf den Punkt bringt, was wir miteinander erarbeitet haben und wofür wir als Gemeinde stehen:

Logo

  • Gott mit uns
  • Wir miteinander
  • Jeder mit seinem Umfeld

 

  •  Gott mit uns:

Gemeinde ist eine Gemeinschaft, in der Gott die Mitte und darum auch erfahrbar ist. Gott teilt mit uns seine Gegenwart, seine Kraft und seine Herrlichkeit. Das wollen wir immer mehr erkennen und dadurch verändert werden.

  • Wir miteinander

Die Beziehung zu Gott soll unsere Beziehungen zueinander innerhalb der Gemeinde prägen. Gemeinde ist ein tragendes Netz, das Menschen miteinander spannen und das einzelne in der Not trägt. Gemeinde ist eine dienende Gemeinschaft, Gemeinde ist Familie. Wir möchten als Gemeinschaft Nähe, Einheit und Vielfalt fördern und uns gegenseitig helfen und unterstützen.

  • Jeder mit seinem Umfeld

Die Beziehung zu Gott, die unsere Beziehung zueinander prägt, soll sich auf das Umfeld der Gemeinde sowie auf die alltäglichen Beziehungen des Einzelnen im Alltag auswirken. Wir möchten, dass Gottes Herrlichkeit die Gesellschaft durchdringt und prägt.

 Neue Initiativen

Etliche neue Initiativen sind durch den Visionsprozess entstanden: Eine Gruppe von Leuten trifft sich jeden Morgen in der Woche zum Gebet vor der Arbeit. Zu den Flüchtlingen die in Kehl ankommen, sowie zu den zuständigen Behörden und Vereinen, wurden gute Kontakte geknüpft und durch kreative Hilfsangebote konnte die Gemeinde wichtige Impulse setzen.  Auf dem diesjährigen Weihnachtsmarkt wurde durch den Erlös aus dem Grillstand ein geniales Konzert mit Samuel Harfst finanziert. Viele aus der Gemeinde rücken näher zusammen, indem sie mehr miteinander unternehmen und sich stärker gegenseitig unterstützen. Die Gemeinde wird durch die Vernetzung mit Vereinen und Behörden sowie durch ihr verstärktes soziales Engagement in der Öffentlichkeit stärker und positiver wahrgenommen als bisher.

 

Ein persönliches Resümee

In der FeG Kehl ist durch diesen Visionsprozess manches neu geworden: Eine neue Sichtweise auf die Gemeinde und die Stadt Kehl, mehrere neue und sehr spannende Initiativen, eine neue Dynamik mit einer deutlichen Außenwirkung in die Stadt hinein und eine neue Leidenschaft für Gott und seine Gemeinde. Damit sind bereits einige Ziele erreicht. Ich bin Gott sehr dankbar für diesen zurückliegenden Prozess und das, was dadurch ausgelöst wurde. Und ich bin sehr gespannt, wie sich die einzelnen Initiativen und die Gemeinde insgesamt in den nächsten Jahren weiterentwickeln werden.

Michael Hamel